
Die energetische Sanierung von Wohnraum ist ein zentrales Thema für viele Hausbesitzer. Oftmals ist eine Außendämmung aus verschiedenen Gründen, wie Denkmalschutz oder baulichen Gegebenheiten, nicht umsetzbar.
In solchen Fällen ist eine Innendämmung die einzige praktikable Lösung, um den Wärmeverlust zu reduzieren und das Wohnklima zu verbessern.
Bei der Auswahl des richtigen Materials spielen Kalziumsilikatplatten eine herausragende Rolle, da sie nicht nur dämmen, sondern auch aktiv gegen Feuchtigkeit und Schimmel wirken.
Bevor Sie jedoch Kalziumsilikatplatten für Wärmedämmung erwerben, sollten Sie eine Reihe von Faktoren sorgfältig abwägen, um sicherzustellen, dass das System optimal zu Ihrem Projekt passt.
1. Zustand der Wand und Feuchtigkeitsprobleme
Der erste und wichtigste Schritt ist die genaue Analyse des Wandzustands. Kalziumsilikatplatten sind hervorragend zur Regulierung von Kondenswasser und zur Vorbeugung von Schimmel geeignet.
Sie können jedoch keine grundlegenden Feuchtigkeitsprobleme lösen, die beispielsweise durch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden oder eine defekte Dachrinne verursacht werden. Bevor Sie mit der Dämmung beginnen, müssen solche Ursachen behoben werden.
Die Platten sollten nur auf einer statisch intakten, trockenen und sauberen Wand angebracht werden, um eine dauerhafte Wirksamkeit zu gewährleisten.
2. Dämmwert und Materialstärke
Die Dämmleistung von Kalziumsilikatplatten hängt von ihrer Stärke ab. Zwar bieten sie eine gute Wärmedämmung, ihr Dämmwert ist jedoch geringer als der von rein synthetischen Dämmstoffen.
Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist eine bestimmte Dicke der Platten erforderlich, die den Raum verkleinert. Bevor Sie Kalziumsilikatplatten für Wärmedämmung kaufen, müssen Sie daher entscheiden, ob Sie einen Kompromiss zwischen Dämmwirkung und Platzverlust eingehen möchten.
Eine genaue Berechnung der erforderlichen Dämmstärke durch einen Fachmann ist unerlässlich, um die energetischen Ziele zu erreichen.
3. Systemkomponenten und Verarbeitung
Ein zentraler Punkt ist, dass Kalziumsilikatplatten als System verstanden werden müssen. Es reicht nicht aus, nur die Platten selbst zu kaufen. Für eine korrekte Funktion sind spezielle, kapillaraktive Klebemörtel und Spachtelmassen erforderlich, die auf die Platten abgestimmt sind.
Die Verwendung von herkömmlichen Materialien wie zementhaltigem Kleber oder Dispersionsfarben würde die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Platten zunichtemachen.
Die Verarbeitung selbst erfordert zwar kein Spezialwerkzeug, jedoch ein gewisses Maß an Sorgfalt und handwerklichem Geschick. Bei Unsicherheit sollte die Installation von einem Profi durchgeführt werden.
4. Kosten und Budgetplanung
Die Anschaffungskosten für Kalziumsilikatplatten für Wärmedämmung sind in der Regel höher als die von herkömmlichen Innendämmsystemen. Der Preisunterschied ergibt sich aus den hochwertigen Rohstoffen und der speziellen Herstellung.
Bei der Budgetplanung sollten Sie nicht nur die Kosten für die Platten selbst, sondern auch für alle Systemkomponenten, wie Kleber, Spachtel, und gegebenenfalls Arbeitskosten einkalkulieren.
Trotz der höheren initialen Investition amortisiert sich diese langfristig durch die eingesparten Heizkosten und den Werterhalt Ihrer Immobilie.
5. Endbearbeitung und Optik
Die Gestaltung der fertigen Oberfläche ist ein weiterer wichtiger Faktor. Auf die Platten darf keine dampfdichte Beschichtung aufgetragen werden, die ihre kapillaraktive Eigenschaft blockiert.
Normale Tapeten oder Dispersionsfarben sind daher ungeeignet. Stattdessen sollten Sie auf diffusionsoffene Materialien wie Silikatfarbe oder Lehmputz zurückgreifen.
Diese lassen die Platten atmen und sichern ihre feuchtigkeitsregulierende Wirkung. Die Auswahl an Farben und Oberflächen ist hierbei ebenfalls sehr vielfältig, sodass eine ansprechende Optik geschaffen werden kann, die das neue Raumklima perfekt ergänzt.
6. Notwendigkeit einer fachkundigen Beratung
Die komplexen Zusammenhänge von Feuchtigkeit, Temperatur und Bauphysik erfordern oft eine fachkundige Beratung.
Ein Energieberater oder ein auf Kalziumsilikatplatten für Wärmedämmung spezialisierter Handwerker kann die spezifische Situation in Ihrem Haus analysieren, die richtige Plattenstärke empfehlen und sicherstellen, dass alle Arbeitsschritte korrekt ausgeführt werden.
Dies minimiert das Risiko von Bauschäden und garantiert, dass die Dämmung ihre volle Wirkung entfaltet.